Reflex Recurve Biegevorrichtung

Wie bekomme ich meinen Bogen Reflex oder Recurve?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt nach dem ich mit dem Bau von Bögen aus Manau angefangen habe. 

Böse Zungen behaupten, dass das Bauen von Bögen aus Manau nichts mit „richtigem“ Bogenbau zu tun hat.  An dieser Stelle sei mal gesagt, dass das einfach nicht stimmt! Irgendwie muss man anfangen und dabei ist Manau genau das richtige. Denn es ist besser eine Rohling für 15 € kaputt zu schnitzen als einen für 80 €.

Aber nun zum Thema Biegevorrichtung. Für Manau gibt es einige Möglichkeiten den Bogen zu formen.

Möglichkeiten:

  • Brennen mit dem Bunsenbrenner
  • Heißluft
  • Wasserdampf

Ich habe mich für die Heißluft-Variante entschieden da ich ein solches Gerät bereits mein Eigen nennen darf.

Was benötigt Ihr zum Herstellen einer Biegevorrichtung:

Werkzeug:

  • Bohrmaschine (wenn möglich Ständerbohrmaschine)
  • Akkuschrauber
  • Stichsäge (besser kleine Bandsäge)
  • Holzfeilen 
  • Schleifpapier
  • Forstnerbohrer  35 mm
  • Holzbohrer 8 mm
  • Bohrer 2 mm zum Vorbohren für die Spax

    Material:

  • Multiplex Birke oder Buche 400 mm x 250 mm 18 mm Stärke (2 Stück) 
  • Holzdübel 8 mm
  • Spax 3 mm x 30 mm

Als Erstes nehmt ihr eine  Multiplex-Platte und zeichnet Euch wie im Bild die Konturen auf.

Nehmt Euch als Erstes einen Zirkel und zeichnet Euch einen Kreis so ein, das er genau am oberen Rand endet mit Radius 75 mm. Durch den Einstichpunkt des Kreises zieht Ihr eine Linie (im rechten Winkel zur Linken oder Rechten Seite). Danach zeichnet Ihr das Rechteck an der Linken Seite ein (70 mm breit und 40 mm hoch). Alles unterhalb der waagrechten Linie, die Ihr durch den Einstichpunkt gezogen habt, lass Ihr so wie es ist. Ich kann das Bild nicht mehr ändern aber Ihr braucht das Material zum Spannen im Schraubstock.

Multiplexplatte ca. 400 x 250

Als Nächstes müsst Ihr die beiden Platten miteinander verbinden. Dazu habe ich in die beiden Platten am unteren Rand einige Klammern geschossen. Wer diese Möglichkeit nicht hat, bohrt sich zwei 8 mm Löcher mit dem Holzbohrer und verbindet die beiden Platten mit Holzdübeln. Am besten diagonal einen Dübel unten Links und einen oben Rechts.

Anschließend sägt Ihr die Konturen raus. Dazu könnt Ihr eine Stichsäge benutzen, besser wäre eine Bandsäge. Dabei müsst Ihr darauf achten, das Ihr oben beim Einsägen in den Viertelkreis keinen Absatz reinsägt. Ihr bekommt sonst keinen schönen Übergang zum Biegen. Nach dem Aussägen sieht Euer Teil wie im folgenden Bild aus.

Kontur ausgesägt

Das kleine Stück zwischen dem Kreis und dem Rechteck lässt sich schlecht sägen. Deshalb könnt ihr mehrmals von oben einsägen und den Rest mit der Holzfeile herausnehmen.

ausgefeilt
anzeichnen für Forstnerbohrer

Anschließen zeichnet Ihr Euch wie auf dem Bild einen Kreis mit Radius 50 mm ein. Nutzt dazu den selben Einstichpunkt wie beim großen Kreis. Dann bohrt Ihr mit dem Forstnerbohrer den ersten Kreis auf der Linie die den Viertelkreis halbiert  (bei 45°) und den zweiten auf der Senkrechten Linie (bei 90°).

Nach dem Bohren sieht Euer Teil dann so aus. Diese Bohrungen benötigt Ihr dann zum Spannen des gebogenen Bogens mit Schraubzwingen.

fertige Bohrung für Schraubzwinge

Zum Schluss müsst Ihr Euch noch entscheiden ob Ihr die beiden Platten verkleben oder verschrauben wollt. Ich habe mich für die Schraubvariante entschieden. Für die Schrauben habe ich mit 2 mm vorgebohrt und frei Schnauze die Schrauben gesetzt.

fertige Biegevorrichtung

Habt Ihr eine fertigen Manau Bogen zur Verfügung könnt Ihr ihn dann so biegen. Fixiert Euren Bogen mit dem Ende in der Vorrichtung. Damit Ihr unterschiedliche Dicken einspannen könnt ist der Ausschnitt größer gehalten. Für Euren Bogen müsst Ihr dann einen kleinen Keil oder ein passendes Stück Holz finden, um den Bogen zu fixieren.

Bogen fixiert

Jetzt könnt Ihr anfangen den Bogen mit einem Heißluftgerät zu erhitzen. Bei Manau Bögen solltet Ihr vorher den Bogen satt einölen. Am besten über Nacht das Öl wirken lassen. Dann das Material vorsichtig erhitzen (dabei schön Zeit lassen) wenn Ihr zu schnell ans Werk geht verbrennt das Material. Wenn sich das Material langsam erhitzt werdet Ihr merken, das es sich sehr leicht biegen lässt. Achtet darauf den Bogen gerade über die Vorrichtung zu biegen und mit den Schraubzwingen zu fixieren. Benutzt unbedingt unter den Schraubzwingen ein Stückchen Holz damit Ihr Euren Bogen nicht beschädigt. 

Wenn alles gut gegangen ist sieht euer Bogen wie folgt aus.

Bogen Recurve gebogen
Bogen Reflex gebogen

Ich hoffe Euch hat die Anleitung gefallen und wünsche Euch viel Spaß beim Handwerken.